Wettbewerb Komische Oper Berlin

Das gesamte über hundert Jahre gewachsene „Baudenkmal KOB“ wird in seinen einzelnen Entstehungsstufen – wie vom Denkmalschutz in der Auslobung gefordert – sorgfältig erhalten und saniert. Die so ganz unterschiedlichen Baustufen werden architektonisch innen wie aussen im Ensemble sichtbar- und ablesbar gemacht, mit konsequenten Erhalt der Bausubstanz und der Sanierung der spannenden Schnittstellen und Brüche an den die Jahrzehnte miteinander verbindenden Bauteilen des Opernhauses innen wie aussen : Alles wird erhaltend sichtbar gemacht- von der Entstehungszeit über die Eingriffe in den 50ger und 60ger Jahre des Opernhauses zu DDR Zeiten bis heute .
Wir schlagen vor, Bestand und Neubau mit einer die Altbauten rahmenden und umarmenden „Stadtraumgeste“ zusammenzufassen, um das zusammenhängende Raumprogramm im Bestand und im Neubau mit einfachen Mitteln städtebaulich sichtbar als „Kulturbaustein“ auszudrücken und ebenfalls – das ist uns wichtig – in einen theaterfunktionalen Opernbetrieb umzusetzen. Unser Ziel: Die zukünftige Entwicklung der KOB für einen Top-Theaterbetrieb muss funktionieren, dies wird mit dem neuen öffentlichen „Probenzentrum“ im Dach , welches zukünftig Alt- und Neubau auf einer Dachebene „ schwebend“ verbindet und über die neue „Theatergasse“ gewährleistet.
Im übergeordneten Stadtzusammenhang sehen wir den Neu- und Umbau der „Komischen Oper“ im Kontext zu „Unter den Linden“, zur „Behrensstrasse“ und zur „Glinkastrasse“ als „urbanen Stadtbaustein“. Er fasst das bunt zusammengewürfelte bestehende enge Architekturensemble aus einzelnen Epochen zur „Komischen Oper Berlin“ baulich, funktional und gestalterisch grosszügig für die Zukunft neu zusammen.
Attraktive öffentliche Nutzungen lagern sich publikumswirksam an der „Theatergasse“ im EG an und beleben die umgebenden Strassen. Cafes, Restaurants, das Casino für die Mitarbeiterinnen. Eine nunmehr grosszügige freizugängliche „Theaterkasse“ werden – mit Blick auf das neue Plätzchen an „Unter den Linden“ – im Strassenbereich deutlich sichtbar von aussen und sind öffentlich unabhängig vom Theaterbetrieb rund um die Uhr erreichbar im städtischen Kontext.
Die Proberäume der Oper , die Orchesterproben, Chorproben usw. im Neubau werden sämtlich der Hauptbühne zugeordnet , sie können , wenn gewünscht , auch öffentlich bespielt und genutzt werden über den separaten Eingang von der „Theatergasse“ aus. Das gesamte – Alt- und Neubau verbindende „Probenzentrum“, schwebend über dem Dach des Altbaus, verbindet horizontal sehr funktional und markant Alt und Neu miteinander , ohne den geschätzten Altbau zu berühren- auch aus Achtung vor der Bausubstanz: Ohne Höhensprünge, auf einer zusammenhängenden Geschossebene verbindet das Dachgeschoss nunmehr Alt- und Neubau miteinander. So entsteht ein regelrechtes „Probenzentrum“ mit angrenzender Theaterverwaltung an der ovalen „Theateroase“ über den Dächern als markantes Zeichen über eine streng funktionale „Theaterzusammenführung“ der KOB mit dem Neubau im Stadtzusammenhang. Anlieferung und vertikaler Transport werden am bestehenden Standort erhalten und gestärkt.

Der Altbau wird erhaltend saniert, der Neubau fasst mit seiner Doppelfassade in perforierten Messing- oder in eingefärbten perforierten Steintafeln alle noch so verschiedenen Nutzungen zur Stadt mit einer eigenen Textur städtebaulich zusammen: Raumhohe Kastenfenster belichten grosszügig dahinter alle Probenräume, alle Arbeitsräume sind mit Tageslicht und – nach Süden und Westen – mit beweglichem Sonnenschutz ausgestattet, wo dies erforderlich wird.
Im Inneren der Theatergasse pulsiert Tag und Nacht das Theaterleben mit transluszenten oder transparenten Einblicken in den – für viele Theaterbesucherinnen – bis heute immer noch geheimnisvollen – „Theaterproduktionsprozess“.