Konzerthaus Nürnberg

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2-Phasiger Wettbewerb 2017

In einer sich transformierenden 21 ha großen öffentlichen Parklandschaft, dem „Luitpoldhain“ , inmitten der dichtbebauten Südstadt von Nürnberg , fernab vom historischen Zentrum mit seinen traditionellen Kulturbausteinen, einen Ort für musikalische Hochkultur anzusiedeln, wird sowohl das Verständnis von Hochkultur als auch das Verständnis des grünen, öffentlichen Parkareals verändern. Dies gilt für die dort bereits wirkenden Akteure in der bestehenden Meistersingerhalle ähnlich wie für die zu erwartenden neuen Gäste im zukünftigen Konzerthaus. Unterschiedlicher könnten die Nutzergruppen nicht sein, die tagsüber eine denkmalgeschützte, öffentliche Volksparklandschaft bevölkern und abends ein zukünftiges Kulturareal für musikalische Hochkultur prägen sollen. Die räumliche Nähe einer der zukünftig besten Konzertsäle Deutschlands zum bodenständigen Grün einer Parklandschaft und zum denkmalgeschützten Funktionalismus der 60ger Jahre – in Gestalt der Meistersingerhalle – reicht nicht – der Standort ist über die noch erhaltenen Bauten aus dem Faschismus darüber hinaus erlebbarer Teil einer architektonischen Rezeptionsgeschichte der Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts .
Die Sichtbarkeit des zukünftigen Standortes des Konzerthauses im Inneren des durchgrünten „Luitpoldhains“ über die Quartiersgrenzen hinweg ist derzeit gering.
Eine hell leuchtende, rohbehauene, kubische Konzerthausskulptur füllt nahezu das gesamte Wettbewerbsbaufeld auf dem Eckgrundstück zwischen Münchener Straße und Schultheißallee aus, hineinkomponiert in die bestehende Parklandschaft des Luitpoldparkes. Der Neubau formuliert städtebaulich markant die nordwestliche Ensembleecke als sichtbaren Auftakt für das neue Kulturensemble aus neuer Konzerthausanlage mit Anbindung an das vorhandene Foyer der Meistersingerhallen.
Der nunmehr weithin sichtbare, in die Stadt hineinleuchtende Hauptzugang in das Konzerthaus, hinauf zum „Großen Saal“, zu den öffentlichen Künstlerfoyers, zur öffentlichen Chorprobe sowie bis hinauf zur optionalen „open air Spielstätte“ auf dem Konzerthausdach erfolgt vom neuen Stadtplatz aus , von der Schultheißallee her, oder – direkt über das bestehende „Foyer“ im angeschlossenen Altbau der Meistersingerhalle (im Falle einer gleichzeitigen gemeinsamer Nutzung beider Saalbausteine). Die Anlieferung erfolgt geschützt im rückwärtigen Konzerthausneubaubereich, sie wird überdeckt vom bestehenden, weitestgehend erhaltbaren alten Baumbestand, zwischen dem Konzerthaus, der Meistersingerhalle und dem bestehendem Hotelkubus.